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Pforzheimer Kurier, 19.10.2009:

Am Ende siegte die Idee der Freiheit

Zahlreiche Zuschauer im CongressCentrum erlebten erstmals „Badische Philharmonie“ 

Mit einem kurzen Rückblick beschrieb am Sonntag Oberbürgermeister Gert Hager die Entwicklung des Städtischen Orchesters von einer „Notgemeinschaft“ im Gründungsjahr 1930 zu einem großen Orchester. Aus der Überzeugung heraus, dass es schon lange eine überregionale Bedeutung erreicht habe, wurde jetzt ein Namenswechsel vollzogen, erklärte Hager.

Als „Badische Philharmonie Pforzheim“ gestaltete jetzt das städtische Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Markus Huber das erste Sinfoniekonzert im Congress Centrum. Man könne angesichts der steigenden Besucherzahlen „mit Mut und Zuversicht in die neue Konzertsaison“ blicken, sagte Hager. Das Orchester wurde unterstützt durch den von Martin Erhard einstudierten Extrachor des Theaters und durch den Philharmonie Chor Stuttgart unter der Leitung von Johannes Knecht. Mit Mitgliedern des Theaterensembles besetzt war das Solisten-Quartett, nämlich mit Katja Bördner (Sopran), Marie-Kristin Schäfer (Mezzosopran), Aleksey Ivanov (Bass) und Christian Voigt (Tenor).

Mit Beethovens Ouvertüre zu „Egmont“, einer Musik über den Freiheitskampf der Niederlande gegen Spanien, wurde das Programm festlich eingeleitet. Am Ende siegt die Idee der Freiheit in Goethes Trauerspiel, wenngleich auch der Held Egmont ums Leben kommt. Die Gegensätze drücken sich in der spannungsvollen Musik zwischen einem Streicherthema mit einem martialischen Rhythmus und kantablen Bläsermotiven aus. Egmonts Tod wird durch Bläserklänge in einem weichen „Pianissimo“ dargestellt, denen eine Generalpause vorangeht. Dem bestens vorbereiteten Orchester gelang unter der souveränen Leitung von Klaus Huber eine ausgezeichnete Interpretation dieses anspruchsvollen Werkes.

Im Mittelpunkt der sehr gut besuchten Veranstaltung stand Beethovens neunte Sinfonie, ein bahnbrechendes Werk in der Entwicklung der Musikgeschichte, da zum ersten Mal der Chor in diese Instrumentalgattung einbezogen wurde, nämlich mit Schiller „Ode an die Freude“. Die Bewunderung des Humanitätsideals von Goethe und Schiller hatte Beethoven bereits in seiner Jugendzeit angeregt. Beachtlich war die Anzahl der Mitwirkenden bei diesem Projekt. Die Bühne des CongressCentrums war vollbesetzt mit Sängern und Instrumentalisten.

Mit großer Stimme leitete der Bassist Aleksey Ivanov im Finalsatz die „Ode an die Freude“ ein, wonach Variationen über die bekannte Melodie „Freude schöner Götterfunken“ folgten. „Froh wie seine Sonne“ sang mit Einfühlung der Tenor Christian Voigt. Die stimmlich hervorragenden Solisten ergänzten sich ideal im Quartett. Groß war der Tuttiklang an der Stelle „Und der Cherub steht vor Gott“, wonach eine spannungsvolle Generalpause folgte. „Über den Sternen muss er wohnen“ erklang am Ende des überaus prachtvollen Finalsatzes. Langanhaltend und begeistert war der Schlussapplaus, wobei die Zuhörer aufstanden. (Lothar Arnold)

 

Demnächst:

 


Samstag, 14.07.2012

20:15 Uhr

Internat. Domkonzerte

St. Blasien

Abendlieder a cappella



 

Freitag, 12.10.2012

19 Uhr

Stunde der Kirchenmusik

Stiftskirche Stuttgart

Englische Chorwerke



 

Sonntag, 25.11.2012

18 Uhr

Christuskirche Eislingen

Abendlieder a cappella



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